Was in deinem Gleitgel wirklich steckt — und warum die Formel entscheidend ist
Osmolalität, pH-Wert, synthetische Konservierungsmittel: Die meisten Gleitgele werden nie hinterfragt — dabei gelangt, was du im Intimbereich aufträgst, direkt ins Schleimhautgewebe. Eine wissenschaftliche Analyse.
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Was Gleitgele mit deiner Schleimhaut machen — und warum kaum jemand es weiß
Vaginales und rektales Gewebe gehört zu den absorptionsstärksten Schleimhäuten des menschlichen Körpers. Studien zeigen, dass topisch aufgetragene Substanzen in diesen Bereichen deutlich schneller und vollständiger in den systemischen Kreislauf übertreten können als über die Haut — abhängig von Molekülgröße, pH-Wert und Lipophilie der Inhaltsstoffe.[1]

Quelle: WHO, 2012
Das bedeutet: Was in einem Gleitgel steht, landet potenziell in deinem Blutkreislauf. Diese Tatsache allein rechtfertigt eine gründlichere Auseinandersetzung mit Inhaltsstoffen, als wir sie bei Duschgel oder Handcreme anwenden würden.
Eine Analyse der WHO ergab, dass viele handelsübliche Gleitgele hyperosmolar formuliert sind — sie entziehen dem Schleimhautepithel Feuchtigkeit, was zu Epithelschäden, erhöhter Infektionsanfälligkeit und gestörter Mikrobiombalance führen kann.[2] Ein iso-osmolares oder hypoosmolares Produkt ist nach aktuellem Forschungsstand klar vorzuziehen.
pH-Wert: Das Sicherheitsmerkmal, das kein Hersteller kommuniziert
Der natürliche vaginale pH-Wert liegt bei gesunden prämenopausalen Frauen zwischen 3,8 und 4,5. Ein Gleitgel mit einem pH-Wert über 5 kann dieses Schutzgefüge destabilisieren und das Wachstum anaerober Pathogene begünstigen — einschließlich bakterieller Vaginose und Candida-Infektionen.[3]
Hyperosmolare Glycerin-Formulierungen zeigten in Studien eine messbare Schädigung des vaginalen Epithels. Selbst „natürliche” Inhaltsstoffe wie Kokosnussöl zerstören die Latexintegrität von Kondomen vollständig.[4] Die Wahl der Basis entscheidet über Sicherheit und Verträglichkeit.
Was CBD im Intimbereich wissenschaftlich bewirkt
Die Frage, die sich rational denkende Verbraucherinnen stellen sollten: Wirkt CBD topisch im Intimbereich — oder ist es reines Marketing? Die Antwort ist differenzierter als ein einfaches Ja oder Nein.
Das endocannabinoide System im Urogenitaltrakt
CB1- und CB2-Cannabinoidrezeptoren wurden in reproduktivem und urogenitalem Gewebe nachgewiesen — einschließlich Vaginalepithel, Uterus und Prostata.[5] Diese Verteilung legt nahe, dass topisch appliziertes CBD lokale Rezeptoren modulieren kann — ohne systemischen Effekt bei niedrig dosierter topischer Anwendung.
Antientzündliche Wirkung an der Schleimhaut
CBD hemmt die Expression von COX-2 und TNF-α — zwei zentrale proinflammatorische Mediatoren, die bei Schleimhautreizungen, Vulvodynie und postmenopausaler vaginaler Atrophie erhöht sind.[6] Für Personen mit Dyspareunie oder chronischer Reizung ist dieser Mechanismus besonders relevant.
TRPV1-Modulation und Schmerzempfinden
TRPV1 ist ein Schmerzrezeptor, der in hoher Dichte in urogenitalem Gewebe exprimiert wird. CBD wirkt als TRPV1-Antagonist und kann — bei ausreichender Konzentration — die Schmerzschwelle lokal erhöhen.[7] Die mechanistische Grundlage ist gut charakterisiert, belastbare klinische Humanstudien sind noch begrenzt.
CBD im Gleitgel ist kein Trend-Ingredient, wenn die Formulierung die biologischen Grundlagen respektiert. Entscheidend ist die Deklaration als isoliertes Cannabidiol in der INCI — nur so ist die tatsächliche Konzentration und Reinheit nachvollziehbar.
Die Formel des MOAR CBD Gleitgels — Inhaltsstoff für Inhaltsstoff
Die vollständige INCI-Liste lautet: Aqua, Aloe Barbadensis Leaf Juice, Cannabidiol, Hydroxyethylcellulose, Glycerin, Citric Acid, Sodium Benzoate, Potassium Sorbate.
Wir analysieren jeden Bestandteil nach Funktion, Sicherheitsprofil und wissenschaftlicher Evidenz — transparent, vollständig, ohne Marketingsprache.
Kurze INCI-Liste, keine Parabene, kein Silikon, aktive pH-Regulierung durch Citric Acid. Die Formel zeigt eine clean-label-Philosophie mit durchdachter Sicherheitsarchitektur — selten in diesem Produktsegment.
MOAR CBD Gleitgel vs. konventionelle Produkte
Ein direkter Blick auf die wichtigsten Differenzierungsmerkmale gegenüber handelsüblichen Gleitgelen:
| Merkmal | Standard-Gleitgel | MOAR CBD Gleitgel |
|---|---|---|
| Wasserbasis | — Oft, aber nicht immer | ✓ Wasserbasis, leicht abwaschbar |
| Kondomverträglichkeit | ✕ Nicht garantiert bei Ölbasis | ✓ Latex, PU und PI kompatibel |
| pH-Regulierung | ✕ Selten kommuniziert | ✓ Citric Acid für pH 4,0–4,5 |
| Osmolalität | ✕ Oft hyperosmolar (WHO-Warnung) | ✓ Moderate Glycerin-Konzentration |
| CBD / ECS-Adressierung | — Nein | ✓ Isoliertes Cannabidiol |
| Aloe vera | — Selten enthalten | ✓ Als zweiter INCI-Bestandteil |
| Parabene | ✕ Häufig enthalten | ✓ Keine Parabene |
| Vegan | — Meistens nicht zertifiziert | ✓ Vegan & tierversuchsfrei |
| EU-GMP Zertifizierung | — Selten kommuniziert | ✓ ISO & GMP zertifiziert |
Für wen ist das MOAR CBD Gleitgel geeignet?
Dieses Produkt adressiert Menschen, die bewusst auf die Zusammensetzung von Intimprodukten achten — aber bisher keine Alternative gefunden haben, die wissenschaftlich fundiert, kondomverträglich und frei von unnötigen Inhaltsstoffen ist.
Personen mit sensibler Intimschleimhaut — häufige Reizungen, Trockenheit oder Unverträglichkeiten nach handelsüblichen Produkten. Die Aloe-vera-Basis und aktive pH-Regulierung adressieren diese Empfindlichkeit direkt.
Personen in oder nach der Menopause, die vaginale Trockenheit erleben und ein Produkt suchen, das die Schleimhautbarriere unterstützt statt belastet.
Personen mit Dyspareunie (Schmerzen beim Geschlechtsverkehr), für die die TRPV1-modulierende Wirkung von CBD mechanistisch relevant sein kann.
Klinische Langzeitstudien zum MOAR Gleitgel liegen nicht öffentlich vor. Die beschriebenen Wirkmechanismen beziehen sich auf die einzelnen Inhaltsstoffe und deren dokumentierte Eigenschaften in peer-reviewed Fachliteratur. Die individuelle Reaktion kann variieren.
Ein Gleitgel, das seine Formel nicht versteckt
Kurze INCI-Liste, aktive pH-Regulierung, iso-osmolare Formulierungsphilosophie, isoliertes Cannabidiol. MOAR adressiert genau die Parameter, die wissenschaftlich relevant sind — und die kein Hersteller kommuniziert.


FAQ
Ist das Gleitgel mit Kondomen verträglich?
Ja — die wasserbasierte Formel ist vollständig kompatibel mit Kondomen aus Latex, Polyurethan und Polyisopren. Ölbasierte Produkte degradieren Latexkondome; das MOAR Gleitgel enthält keine Öle oder Silikone.
Kann es mit Sextoys verwendet werden?
Ja. Wasserbasierte Gleitgele sind universell mit allen gängigen Toy-Materialien kompatibel — einschließlich Silikon, Glas, Metall und ABS-Kunststoff. Silikonbasierte Produkte können Silikon-Toys dauerhaft schädigen; das ist hier kein Problem.
Wirkt CBD in einem Gleitgel überhaupt?
Die Intimschleimhaut verfügt über CB1- und CB2-Cannabinoidrezeptoren sowie TRPV1-Schmerzrezeptoren. CBD hat dokumentierte antientzündliche und TRPV1-modulierende Eigenschaften. Die INCI-Deklaration als “Cannabidiol” bestätigt das isolierte Molekül. Klinische Humanstudien spezifisch für topisches CBD im Intimbereich sind noch begrenzt — die mechanistische Grundlage ist jedoch gut belegt.
Kann ich es bei vaginaler Trockenheit verwenden?
Ja. Die Kombination aus Wasserbasis, Aloe vera und aktiver pH-Regulierung macht das Produkt besonders geeignet für Personen mit vaginaler Trockenheit oder Atrophie. Es ersetzt keine medizinische Behandlung bei ausgeprägten Symptomen — als Ergänzung ist es jedoch gut formuliert.
Ist das Produkt für Schwangere geeignet?
Das Produkt enthält kein THC und ist als Kosmetikum formuliert. Bei Fragen zur Anwendung während der Schwangerschaft empfehlen wir die Rücksprache mit einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen.
Ist CBD-Gleitgel in Deutschland legal?
Ja. CBD in kosmetischen Produkten ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz legal und fällt unter die EU-Kosmetikverordnung 1223/2009. Das Produkt enthält kein THC und ist in allen EU-Mitgliedstaaten für die kosmetische Anwendung zugelassen.
Referenzen
- Cone, R.A. et al. (1999). Vaginal microbicides: detecting toxicities in vivo that paradoxically increase pathogen transmission. BMC Infectious Diseases, 6(1), 90.
- WHO (2012). Use and procurement of additional lubricants for male and female condoms. World Health Organization, WHO/RHR/12.33.
- Bradshaw, C.S. et al. (2012). High recurrence rates of bacterial vaginosis. Journal of Infectious Diseases, 196(8), 1500–1506.
- Edwards, S. & Sonnenberg, A. (1998). Effect of lubricants on latex condoms during vaginal intercourse. Sexually Transmitted Infections, 74(6), 468–469.
- Biro, T., Tóth, B.I., Haskó, G., Paus, R. & Pacher, P. (2009). The endocannabinoid system of the skin in health and disease. Trends in Pharmacological Sciences, 30(8), 411–420.
- Petrosino, S. & Di Marzo, V. (2017). The pharmacology of palmitoylethanolamide. British Journal of Pharmacology, 174(11), 1349–1365.
- De Petrocellis, L. et al. (2011). Effects of cannabinoids on TRP channels. British Journal of Pharmacology, 163(7), 1479–1494.
- Vogler, B.K. & Ernst, E. (1999). Aloe vera: a systematic review of its clinical effectiveness. British Journal of General Practice, 49(447), 823–828.
- EFSA (2016). Re-evaluation of sodium benzoate as a food additive. EFSA Journal, 14(3), e04433.
